Die Darmspiegelung (Koloskopie)

Dauer ca. 20-30 Minuten

 

Indikation bei:

  • Vorsorge ab dem 55. Lebensjahr
  • familiärer Darmkrebserkrankung
  • positivem Hämocult-Test
  • rektalem Blutabgang oder Teerstuhl
  • unklarer Gewichtsabnahme
  • Verdacht auf Darmentzündung
  • Verstopfung (Obstipation) oder Durchfall (Diarrhö)
  • unklaren abdominellen Schmerzen
  • Kontrolle nach Darmkrebs oder Polypen

Mittels Koloskopie kann man die Schleimhäute des unteren Verdauungstrakts vom Mastdarm (Rektum) bis mehrere Zentimeter in den endständigen Dünndarm (terminales Ileum) beurteilen. Die Gesamtlänge des zu beurteilenden Bereiches beträgt zwischen 1,2 und 1,5 Metern.

 

 

Vorbereitung

Zur Vorbereitung auf die Darmspiegelung muss der Darm gründlich gereinigt sein, da eine zuverlässige Beurteilung der Schleimhaut nur bei einem vollständig entleerten Darm gegeben ist. Der Patient muss seine Ernährung nach Vorgaben anpassen und ein Abführmittel einnehmen.

Bei Einnahme bestimmter Medikamente muss der Arzt vor der Untersuchung davon in Kenntnis gesetzt werden, da das Abführmittel Einfluss auf die Wirkung der Medikamente haben kann.

Werden regelmäßig gerinnungshemmende (blutverdünnende) Medikamente eingenommen, die das Blutungsrisiko erhöhen, muss mit dem Arzt vor der Untersuchung über ein vorübergehendes Absetzen dieser Medikamente gesprochen werden.

Auch Diabetiker müssen ihre Insulin-Dosis während der Vorbereitungsphase auf die Darmspiegelung ggf. anpassen.

Da diese Untersuchung von den meisten Patienten als unangenehm empfunden wird, kann auf Wunsch eine Kurznarkose in Form eines leichten Schlafmittels über einen venösen Zugang im Arm gespritzt werden, so dass der Patient von der Untersuchung nichts mitbekommt.

Da nach einer solchen Sedierung die Reaktionsfähigkeit eingeschränkt ist und somit eine Teilnahme am Straßenverkehr oder Sonstiges beeinträchtigt sein kann, ist es unbedingt nötig in Begleitung zur Untersuchung zu kommen oder sich nach der Untersuchung in den Räumen der Praxis abholen zu lassen.

 

Die eigentliche Vorbereitung auf die Darmspiegelung beginnt für den Patienten in der Regel ca. 24 Stunden vor dem Untersuchungstermin.

Einen Tag vor der Untersuchung darf morgens nur noch ein leichtes Frühstück eingenommen werden. Ab diesem Zeitpunkt ist eine ausreichende Flüssigkeitseinnahme (Tee, Wasser oder klare Brühe) wichtig. Körnerhaltige Lebensmittel, die für den Darm schwer verdaulich sind, sollten schon einige Tage vor der Untersuchung abgesetzt werden.

Am Nachmittag vor der Untersuchung beginnt das Abführen mit dem Abführmittel, am Morgen der Untersuchung wird die Prozedur wiederholt.

Genaue Anweisungen hierzu erhält der Patient bei einem intensiven Vorgespräch und Übergabe des Abführmittels in der Praxis.

 

Untersuchungsablauf

Für die Untersuchung verwendet man ein Endoskop (Koloskop) durch dessen beweglichen Schlauch der Arzt mit Hilfe einer Glasfaseroptik hindurch sehen kann. Die Bilder werden mit der Videooptik im Schlauch auf einen separaten Monitor übertragen.

Der Patient liegt während der Untersuchung in Linksseitenlage. Der Arzt tastet zunächst den Enddarm ab bevor er anschließend den Schlauch des Endoskops mit Hilfe eines Gleitmittels über den After in den Darm einführt. Während der Untersuchung wird durch das Endoskop vorsichtig Luft in den Darm hinein geblasen, damit die Darmwände sich entfalten können, um Veränderungen an der Darmschleimhaut besser sichten zu können. Das Koloskop wird nun auf diese Weise vorsichtig durch den gesamten Dickdarm geführt. 

Durch den Arbeitskanal des Endoskops können während der Untersuchung Biopsiezangen- oder Schlingen eingeführt werden, um kleinere oder größere Gewebeproben für mikroskopische Untersuchungen zu entnehmen.

Die Gewebeentnahmen können unter Umständen zu kleineren Blutungen führen, die in der Regel aber sofort wieder zum Stillstand kommen.

Nach dem Zurückführen des Endoskops durch den Darm und der Beendigung der Untersuchung kann der Patient nach einer Ruhepause sofort wieder normal und nach seinen Gewohnheiten essen und trinken.

 

Die Darmspiegelung ist in der Regel ein einfacher und sicherer Eingriff, bei dem es selten zu Komplikationen kommt und kann durchaus ambulant durchgeführt werden.