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Koloskopie

Darmspiegelung

Mittels  Koloskopie kann man die Schleimhäute des unteren Verdauungstrakts vom Mastdarm (Rektum) bis mehrere Zentimeter in den endständigen Dünndarm (terminales Ileum) beurteilen. Die Gesamtlänge des beurteilten Bereichs beträgt zwischen 1,2 und 1,5 Metern.

 

Darmabschnitte:

Darm

  1. Terminales Ileum
  2. Bauhinsche Klappe
  3. Zoekalpol (Blinddarm)
  4. Colon ascendens
  5. Colon transversum
  6. Colon descendens
  7. Sigma
  8. Rektum

 

Normaler Dickdarm:


Zoekalpol                                                         Bauhinklappe                                               Colon transversum

 

Gerät (Koloskop):

Für die Untersuchung verwendet man ein spezielles Endoskop, das sog. Koloskop durch dessen beweglichen Schlauch der Arzt mit Hilfe einer Glasfaseroptik hindurchsehen kann. Während ältere Geräte mit einer Optik versehen waren, in die der Arzt direkt hineinschaute, ist der Standard heute eine Videooptik, die die Bilder auf einen Monitor überträgt.

Koloskopie ArbeitsturmTypischer Koloskopie-Arbeitsturm

Das flexible Koloskop ist etwa 1cm dünn und zirka 1,5 Meter lang. Zumeist wird heute ein Video-Koloskop verwendet, welches an der Spitze einen Videochip besitzt und das Bild auf einen Monitor überträgt. So ist es möglich, dass der Patient die Untersuchung mit verfolgt. Das Koloskop ist mit einer Absaugvorrichtung ausgerüstet um flüssige Stuhlreste und Spülflüssigkeit absaugen zu können. Ein Arbeitskanal ermöglicht das Einführen von kleinen Instrumenten (Zangen und Schlingen) mit denen kleine Gewebeproben (Biopsien) bzw. Polypen entnommen werden können.

Koloskopie Kopfteil Schlinge
Koloskopkopfteil                                Distalende des Koloskops mit Arbeitskanälen

 

Gründe (Indikationen) für die Durchführung einer Koloskopie:

 

Ablauf einer Koloskopie:

1. Vorbereitung:

Vor der Untersuchung muss der Dickdarm gereinigt werden, damit die Untersuchung nicht durch Stuhlreste behindert wird. Dafür wird am Vortag und einige Stunden vor der Untersuchung ein starkes Abführmittel meistens in Form einer orthograden Darmspülung verabreicht, seltener als Einlauf. Das Abführen mittels PEG-Abführlösung empfinden viele Patienten als belastend und unangenehm. Vor ein paar Jahren mussten 3 bis 5 Liter ungenießbarer Flüssigkeit innerhalb weniger Stunden getrunken werden; heute sind 2-Liter-Präparate mit angenehmem Geschmack auf dem Markt, die den Vorgang erheblich erleichtert haben. Der unangenehme Geschmack kann durch Kühlung der Lösung oder Mischung mit klarem Apfelsaft geschmacklich verbessert werden. Es gibt auch die Möglichkeit, mit der Kombination von osmotischen und motilitäts- und sekretionsbeeinflussenden Abführmitteln den Darm zu reinigen, zwar muss der Patient dabei auch viel trinken (Tee, Wasser etc.), aber das Trinken fällt ihm meistens leichter. Der Nachteil dieser Methode liegt darin, dass es hier häufiger zu Elektrolytverschiebungen im Wasser- und Mineralhaushalt des Körpers kommt, die Kreislaufbelastung höher sein kann und der Darm nicht ganz so sauber wird.

2. Sedierung und Überwachung:

Die Koloskopie wird in der Regel in unserer Praxis durchgeführt, nur in besonderen Fällen (z.B. Gehbehinderung) und auf ausdrücklichen Wusch des Patienten machen wir die Untersuchung in unserer Belegklinik (Marienkrankenhaus Lübeck). 

Auf Wunsch kann zu dieser Untersuchung ein leichtes Beruhigungsmittel, meist Dormicum (Midazolam) in Verbindung mit Propofol gespritzt werden, so dass der Patient von der gesamten Prozedur nichts mitbekommt und sich die Untersuchung angenehmer gestaltet. Das Vorschieben des Gerätes kann zum Zug an den Aufhängebändern des Kolons führen. Dabei können Schmerzen auftreten. Diese Schmerzen sind jedoch mit den o. g. Medikamenten vollständig unterdrückbar, so dass kein Patient mehr unter der Untersuchung leiden muss. Möchte der Patient also zunächst wach bleiben und die Untersuchung am Monitor verfolgen, so besteht bei Beschwerden jederzeit die Möglichkeit, dann noch eine Sedierung oder Kurznarkose zu erhalten. 

Während der Sedierung wird der Patient kontinuierlich überwacht. In der Regel wird ein Messfühler am Finger des Patienten angebracht, der die Sauerstoffsättigung und den Puls misst (Pulsoximetrie). Bei Risikopatienten wird ggf. auch der Blutdruck mehrfach gemessen. 

Da das Schmerzempfinden erträglich ist, wird immer häufiger auf eine Prämedikation völlig verzichtet.

3. Untersuchungsablauf der Koloskopie:

Zu Beginn der Untersuchung wird der Patient mit leicht angewinkelten Beinen in eine stabilelinksseitige Lage gebracht. Das Instrument wird unter Sicht mit Begradigungs- oder Umlagerungsmanövern vorgeschoben bis der Blinddarm (Zoekum) bzw. der letzte Teil des Dünndarmes (terminales Ileum) erreicht ist. Beim Rückzug des Koloskops wird dann mittels Lufteinblasung der Darm entfaltet und die gesamte Darmschleimhaut in leicht kreisender Bewegung sorgfältig nach krankhaften Veränderungen abgesucht. Die Untersuchung dauert in der Regel zwischen 20 und 30 Minuten. Das zur Darmentfaltung eingeblasene Luftvolumen von einigen Litern kann während und auch nach der Untersuchung kurzzeitig Darmblähungen (sog. "Winde") verursachen, die allerdings auf „natürlichem Weg“ meist schnell wieder verschwinden.

Hier sehen Sie die typischen Befunde einer Koloskopie.

 

Endoskopische Therapiemöglichkeiten:
 

Polypen

Polypen können im Laufe mehrerer Jahre zu Dickdarmkrebs  werden und werden deshalb (auch im Rahmen von Vorsorge-Koloskopien) in gleicher Sitzung entfernt.

Polypen
Sigmapolyp                                         Unterspritzung                                      Diathermieschlinge

Polypen
Abtragungsstelle                                Geborgener Polyp

 

Blutungen

Blutungen können endoskopische durch Einspritzen von Medikamenten, Applikation von Hitze (Koagulation), oder die Platzierung eines Titanclips (Hämostaseclips) gestillt werden.

Blutungen
Leichte Blutung nach                                    Geöffneter Clipapplikator                               Sicher platzierter Hämostaseclip
Polypektomi

 

Stenosen

Bei Engstellen kann durch das Endoskop ein Ballon eingeführt werden, der nach Füllung mit Luft oder Wasser die Engstelle auf dehnt (Ballondilatation). Diese Therapie ist jedoch nur Spezialisten vorbehalten, da die Gefahr des Darmrisses (Perforation) besteht.

 

Entzündungen / Geschwüre/ Tumore

Zur genaueren Differenzierung von entzündlichen Veränderung und Geschwüren oder krebsverdächtigen Tumoren werden mit einer durch das Endoskop geschobenen Zange Proben aus der Schleimhaut entnommen (Biopsie) und / oder gezielt Sekret zur bakteriologischen Untersuchung gewonnen.

Biopsie
Biopsie eines tumorverdächtigen Bezirks

 

Divertikel

Divertikel bedürfen in der Regel keiner endoskopisch-interventionellen Therapie  Therapie und sind auch nicht als Krankheit anzusehen. Lediglich bei einer Blutung aus Divertikeln ist in sehr seltenen Fällen eine Blutstillung endoskopisch möglich. Ebenfalls kann eine Divertikulitis diagnostiziert werden, diese wird dann mit Antibiotika behandelt; nur in seltenen Fällen ist eine Operation erforderlich.